«Die Menschen rasch mit Wasser zu versorgen, ist eine Priorität»

Thierry Broglie vor einer Landkarte des Libanon.
Nach zehn Jahren Berufstätigkeit als Ingenieur in der Schweiz interessierte sich Thierry Broglie für einen Einsatz in einem humanitären Projekt im Ausland. © DEZA

Der 45-jährige Thierry Broglie, Umweltingenieur aus Neuenburg, ist Mitglied der Fachgruppe «Water and Environmental Sanitation» (WES) des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH). Im Juni 2014 trat er ein sechsmonatiges sog. Secondment beim UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (United Nations High Commissioner for Refugees, UNHCR) im Libanon an. Seine Aufgabe: einen Beitrag zur Verbesserung der Wasserinfrastruktur im Libanon leisten.

Dies war Ihre erste humanitäre Mission. Wie haben Sie die Arbeit als «Secondee» beim UNHCR und als Teilnehmer des «Programme vert» (Ausbildungsprogramm für neue Mitglieder des SKH)  der DEZA erlebt?
Gleichzeitig Secondee und Ausbildungsteilnehmer zu sein, ist eine interessante Kombination. Einerseits brachte ich Fachwissen ein und andererseits erhielt ich von einem UNHCR-Coach eine solide fachliche Weiterbildung. Das ist im wahrsten Sinn des Wortes «learning by doing», und das gefällt mir. Ich war nicht allein verantwortlich für ein so grosses Projekt. 

Sie haben für diesen Einsatz unbezahlten Urlaub genommen. War es diese Erfahrung wert?
Auf jeden Fall. Bereits nach zwei Monaten hatte ich sehr viele Erfahrungen gesammelt. Nach einer zehnjährigen Berufstätigkeit in der Schweiz hatte ich den Wunsch, im Ausland zu arbeiten.  Das war meine Chance. 

Worum ging es bei Ihrem Projekt im Libanon?
Die Wasserinfrastruktur in den Gemeinden sollte verbessert werden, davon können sowohl die Flüchtlinge als auch die einheimische Bevölkerung profitieren. Alle haben etwas davon. Die Wasserknappheit stellt in dieser Region eine grosse Herausforderung dar. Die rasche Versorgung der Menschen mit Wasser ist folglich eine Priorität. Die Umsetzung des Projekts ist eine riesige Aufgabe.

Und was denken Sie ganz allgemein über das Secondment-Programm?
Mir gefällt die Idee, dass die SKH Fachleute an UNO-Sonderorganisationen «ausleiht». Die Secondees bringen nicht nur Fachwissen in die Projekte ein, in denen sie tätig sind, sondern auch eine Aussensicht, die wenn immer möglich kritisch sein sollte. Ich glaube, dies ist für eine so grosse Organisation wie das UNHCR sehr wertvoll.