Zentralamerika (Nicaragua, Honduras)

Themenschwerpunkte der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit in Zentralamerika sind die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechte, die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, sowie Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Der Fokus der bilateralen Zusammenarbeit liegt auf Honduras und Nicaragua. Im Rahmen ihrer Themenschwerpunkte unterstützt die Schweiz aber auch regionale Initiativen.

Karte der Region Zentralamerika (Nicaragua, Honduras)
© EDA


Nicaragua und Honduras sind die ärmsten Länder der Region. Die Herausforderungen sind unterschiedlich: Nicaragua durchlebt aktuell eine schwerwiegende soziopolitische Krise mit gravierenden Auswirkungen auf die Menschenrechte aber auch auf die wirtschaftliche Situation. In Honduras stagniert die Armutsbekämpfung. Die Institutionen sind schwach und die Gewaltraten selbst für regionale Verhältnisse sehr hoch. Die Schweiz engagiert sich deshalb in der Prävention von Gewalt und der Stärkung der Menschenrechte aber ebenso dafür, wirtschaftliche Perspektiven für die armutsbetroffene Bevölkerung zu schaffen. Bedroht wird die Region auch von Hurrikanen und unregelmässigen Regenfällen, bzw. langen Trockenperioden – Erscheinungen, die sich mit dem Klimawandel verstärkt haben. Deshalb bündelt die Schweiz ihre Anstrengungen zur Verminderung von Naturgefahren («Disaster Risk Reduction» DRR) mit Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Gouvernanz und Rechtsstaatlichkeit

Stärkung der lokalen Gouvernanz und der Korruptionsbekämpfung

In Honduras stärkt die Schweiz die lokalen Gouvernanzstrukturen in den zwei Fokusregionen Golfo de Fonseca und Mosquitia und fördert die Mitbestimmung der armen Bevölkerung sowie der Indigenen Gemeinschaften im Wassermanagement und in der Wirtschaftsentwicklung. Zudem unterstützt die Schweiz die internationale Anti-Korruptionsmission MACCIH, welche zur Stärkung der nationalen Anti-Korruptionsbehörden beiträgt und bereits wichtige Erfolge in der Aufdeckung von kriminellen Netzwerken erzielte. Zur Verbesserung des Schutzes von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten der Bevölkerung arbeitet die Schweiz mit lokalen Menschenrechtsorganisationen zusammen. In Nicaragua wurden aufgrund der politischen Krise zahlreiche Projekte mit staatlichen Partnern vorübergehend sistiert bzw. neu ausgerichtet. Die Schweiz engagiert sich verstärkt im Bereich Menschenrechte und versucht mittels Dialogförderungs- und Kulturprojekten Akzente zur Überwindung der politischen Polarisierung zu setzen.

Auf regionaler Ebene unterstützt die DEZA in Zentralamerika die Arbeit des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte sowie der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte. Ziel ist die Umsetzung von internationalen Normen und die Reduktion von Straflosigkeit durch nationale Justizwesen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den sozioökonomischen Rechten der Bevölkerung und dem Zugang zu natürlichen Ressourcen. 

Reform der Polizei

In Honduras werden Entwicklungsfortschritte behindert durch weltweit höchste Mord- und Kriminalitätsraten. Seit 2013 engagiert sich die Schweiz in der Reform der Polizei und unterstützt Massnahmen zur höheren Sicherheit von Bürgerinnen und Bürgern in zwei Fokusregionen.

Wasser, Strom und Strassen

Der bessere Zugang ländlicher Gemeinden zu Basisinfrastruktur ist ein Pfeiler des Schweizer Engagements. Durch ihre Programme im Bereich der lokalen Gouvernanz hat die Schweiz in den letzten Jahren 600’000 Menschen Zugang zu Trinkwasser, Sanitären Anlagen, Strom und neuen Strassen ermöglicht.

Anwaltschaft und gute Regierungsführung

Wirtschaftliche Entwicklung

Stärkung von Kleinunternehmen

Kleinunternehmen sind das Rückgrat der Wirtschaft. In Zentralamerika fördert die Schweiz ländliche Wertschöpfungsketten: Kakao, Cashew, nachhaltige Viehwirtschaft, Agrotourismus und weitere. Durch gremiale Organisation, verbesserte Produktequalität und Anstrengungen bei der Vermarktung können Kleinbauern und ländliche Kleinunternehmen ihre Einkommen steigern. Die Schweiz unterstützt auch die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Kleinproduzenten, beispielsweise durch Unterstützung der zuständigen Ministerien bei der Ausarbeitung und Umsetzung nationaler Förderpolitiken.

Berufsbildung für Jugendliche

Niederschwellige Berufsbildungsangebote erhöhen die Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen in Armenvierteln und ländlichen Regionen. In Honduras richten sich diese Angebote an Jugendliche in Quartieren mit hoher Kriminalität und leisten einen Beitrag zur Gewaltprävention.

Grund- und Berufsbildung

Privatsektorentwicklung und Finanzdienstleistungen

Anpassung an den Klimawandel

Risikokarten und territoriale Planung

Das Risiko von verheerenden Hurrikanen und längeren Dürreperioden hat sich im Zug des Klimawandels erhöht. Durch die Erstellung von Risikokarten, territorialer Planung unter Einbezug der Flussbecken und der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen werden die Gemeinden in der Anpassung an die möglichen Folgen des Klimawandels unterstützt.

Wasser-Reservoirs und dürreresistente Pflanzen

Die Schweiz fördert innovative Methoden der Landwirtschaft: Durch den Anbau von dürreresistenten Pflanzen und das Anlegen von Wasser-Reservoirs sind Kleinbauern besser für Trockenperioden gerüstet.

Klimawandel und Umwelt

Humanitäre Hilfe

Rasch vor Ort

Mit den Mitteln der Humanitären Hilfe werden in Zentralamerika Beiträge zur Linderung der humanitären Folgen der Migrationskrise im Triangulo Norte (Honduras, El Salvador, Guatemala), aber auch der politischen Krise in Nicaragua - mit Fokus auf Jugendliche und Kinder aus armen Familien – geleistet.

Andererseits verfolgt die Schweiz einen territorialen Ansatz, der drei Dimensionen integriert: Anpassung an den Klimawandel, Katastrophenvorsorge und nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen. Die Humanitäre Hilfe konzentriert sich im Wesentlichen auf den Disaster Risk Reduction (DRR) Bereich. Spezifisch werden die Ausarbeitung und Umsetzung lokaler, nationaler und regionaler Pläne, Normen und Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zur Katastrophenvorsorge entsprechend den Abkommen von Paris (Klimawandel) und Sendai (Reduzierung des Katastrophenrisikos) gefördert.

Zudem stellt die Humanitäre Hilfe der Schweiz regelmässig relevanten UN-Organisationen der Region ExpertInnen des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) zur Verfügung.

Humanitäre Hilfe

Geschichte der Zusammenarbeit

Engagement seit 40 Jahren

Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ist seit 1978 in Zentralamerika tätig. Ausgehend von Honduras weitete sich das Engagement in den achtziger Jahren auf Nicaragua aus. Seit 1993 liegt das regionale Hauptbüro in Managua. In Guatemala unterstützt die Schweiz Projekte im Bereich der Korruptionsbekämpfung und der Menschenrechte, verfügte aber nie über ein eigenes Büro.

Rund 80% der Mittel wird in die bilateralen Programme in Honduras und Nicaragua investiert, 20% sind für regionale Projekte reserviert.

Aktuelle Projekte

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Strengthening Systems that Combat Corruption and Impunity in Central America

01.07.2020 - 30.04.2027

The national systems that combat corruption and impunity in Central America are weak. Led by the Organization of American States and the United Nations, mechanisms were set up in Honduras and in Guatemala to promote rule law by strengthening the cohesion and coordination within governments, the judiciary system, civil society, and anti-corruption and anti-money-laundering entities. SDC contributes to both mechanism to support the fight against organized crime and impunity, and enhancing knowledge management between the two mechanisms.


Central America: Regional Program for Environmental Governance and Resilience in the Gulf of Fonseca

01.06.2020 - 31.12.2024

The regional program fosters shared governance of natural resources to build resilience in the coastal communities of the Gulf of Fonseca. It contributes to the protection and sustainable use of the shared mangrove ecosystem of Nicaragua, Honduras and El Salvador. Switzerland sees this gulf region as a priority for its high levels of poverty and extreme vulnerability to climate change. 



Geplantes Projekt

Program “Strengthening Governance and Human Rights in Central American with a focus on the Northern Triangle”

01.08.2018 - 30.09.2030

The program contributes to reducing impunity for human rights violations and to protecting the economic, social and cultural rights of the indigenous and afro-descent peoples pursuant to Convention 169 of the International Labor Organization. The program strengthens the regulatory framework for international human rights standards and promotes dialogue around natural resource conflicts including the public and the private sector.


Cocoa value chain

01.01.2018 - 31.12.2022

Actors in the Central American cocoa value chain improve their productivity, establish public-private alliances, respect economic, social and cultural rights, and reduce their environmental impact. Thanks to the program 4,500 producer families will increase their net annual income by at least 10%, while 4,000 young adults and 2,000 women gain access to sustainable jobs. This will boost the local economy in the poor and peripheral areas in which cocoa is grown.  


WOLA Central America Monitor Single Phase

15.12.2017 - 14.12.2019

The WOLA Central America Monitor systematically assesses the progress (and regress) made to strengthen the rule of law, to reduce violence, and to combat corruption in the countries of the northern triangle (Guatemala, Honduras and El Salvador). For this purpose it uses a set of quantitative and qualitative indicators which are publicly accessible. Data-based progress monitoring will provide the international community with a valuable basis for donor coordination and for the policy dialogue with the governments of Guatemala, Honduras and El Salvador.


Gobernanza del riesgo en Centroamérica

01.12.2017 - 31.12.2021

Centroamérica es vulnerable al cambio y la variabilidad climática así como a otras amenazas geológicas que ponen en riesgo la vida de alrededor de 19 millones de personas y su desarrollo económico. El proyecto promueve la gobernanza regional para mejorar la efectividad en la reducción de los desastres y la adaptación al cambio climático para contribuir al desarrollo resiliente. Promueve acciones de preparación y respuesta a desastres, así como la formación especializada y de calidad en reducción de riesgos de desastres en carreras universitarias seleccionadas.


Strengthening responsible inclusive finance practices and building capacity in Central America & Caribbean by leveraging SPTF’s global work

01.11.2017 - 31.12.2021

Application of the Universal Standards for Social Performance Management (USSPM) by inclusive financial service providers can ensure that low-income and vulnerable people will improve their livelihoods as a result of client-centric financial services offered responsibly. The Social Performance Task Force is best positioned to promote the application of the USSPM globally - and with REDCAMIF in Central America & Caribbean - as effective market transparency and self-regulation tool for the global inclusive financial inclusion industry.


Strengthening the Systems that Combat Corruption and Impunity (MACCIH-CICIG) in Central America

01.07.2017 - 30.06.2020

Honduras and Guatemala requested the Organization of American States and the United Nations to create mechanisms to combat corruption and impunity. The Support Mission Against Corruption and Impunity in Honduras and the International Commission Against Impunity in Guatemala are supported by international cooperation in improving the justice system, the public prosecutor, and the anti-corruption and Human Rights protection agencies. COSUDE contributes to existing mandates and strengthens regional interchange.


Catastrophic Microinsurance in Central America

01.03.2013 - 31.03.2022

Central America is a natural disasters prone region where large vulnerable populations suffer over-proportionately from increasing frequency and impact of climate change events, as traditional disaster coping mechanisms are eroding with growing environmental pressures and rising urbanisation. The public-private development partnership with Swiss Re, FOMIN, and KfW’s Climate Adaptation Fund supports MiCRO in strengthening the disaster resilience of at least 80’000 vulnerable households by 30.9.2016.

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