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Kleinwaffen, leichte Waffen und Munition

Die Bekämpfung der unerlaubten Verbreitung von Kleinwaffen und leichten Waffen wie auch die Sicherheit von Munitionslager leisten einen wichtigen Beitrag zu Frieden, Sicherheit und Entwicklung. Sie sind zentral für die Verhütung von Konflikten und den Schutz der Zivilbevölkerung. Die Schweiz setzt sich ein für eine Welt, in der keine Menschen an den Auswirkungen der unerlaubten Verbreitung von Kleinwaffen und der unsicheren Lagerung von Munition leiden.

Nach jüngsten Schätzungen zirkulieren weltweit über 1 Milliarde Kleinwaffen, mehrere 100'000 Menschen werden jährlich mit solchen Waffen getötet. Pistolen, Maschinenpistolen und automatische Gewehre sind billig, einfach zu transportieren und in Stand zu halten. Sogar Kinder können damit schiessen. Durch die unsichere Lagerung von Munition sind zudem in den letzten Jahrzehnten in über 100 Ländern Munitionsdepots spontan explodiert, mit teils dramatischen Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, Umwelt und Infrastruktur. Auch gelangen unsicher gelagerte Munition und Waffen leicht in die Hände bewaffneter Gruppen.

Die unerlaubte Verbreitung von Kleinwaffen und die unsichere Lagerung von Munitionsbeständen

  • führt zu Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, inkl. geschlechtsspezifischer Gewalt;
  • verlängert und verschärft Konflikte;
  • untergräbt Friedensprozesse und beeinträchtigt die Entwicklung von Gemeinschaften und Ländern;
  • behindert die humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung;
  • unterstützt das organisierte Verbrechen und den Terrorismus.

Die Schweiz setzt sich politisch und in mit Projekten dafür ein, die unerlaubte Verbreitung von Kleinwaffen zu verhindern und die Lagerung von Munition zu verbessern.

Die Schweiz fördert namentlich die Umsetzung internationaler und regionaler Übereinkommen über Kleinwaffen, bspw. den Waffenhandelsvertrag, das Aktionsprogramm der Vereinten Nationen über Kleinwaffen und leichte Waffen oder relevante Dokumente der OSZE. Sie identifiziert Lücken im geltenden Rechtsrahmen und trägt dazu bei, diese Lücken zu schliessen (siehe Beispiel).

Des Weiteren unterstützt die Schweiz die Umsetzung dieser Übereinkommen mit Expertise, finanziellen Mitteln und Materialschenkungen. Sie unterstützt insbesondere den Aufbau von lokaler Expertise. Damit sollen Partnerstaaten die Kleinwaffen- und Munitionsproblematik mittelfristig eigenständig bewältigen. Die Schweiz trägt auch zur Vernichtung überflüssiger Kleinwaffen und Munition im Rahmen der OSZE und der Partnerschaft für den Frieden bei.

Auch für die Verhütung und Lösung von gewaltsamen Konflikten ist dieses Engagement von grosser Bedeutung. Daher setzt sich die Schweiz zum Beispiel dafür ein, dass Friedensabkommen und deren Umsetzung der unerlaubten Verbreitung von Kleinwaffen die nötige Aufmerksamkeit schenken. Sie fördert damit auch die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wie auch der Abrüstungsagenda der UNO.

Schliesslich unterstützt die Schweiz Forschung zu Waffenflüssen und den Auswirkungen von bewaffneter Gewalt auf die Zivilbevölkerung, Frieden und Entwicklung. Damit fördert sie eine faktenbasierte Politikgestaltung. Auf Initiative der Schweiz gründete das Genfer Hochschulinstitut für Internationale Studien und Entwicklung (IHEID) 1999 das Forschungsprogramm «Small Arms Survey». Dieses Kompetenzzentrum gilt heute als internationales Referenzinstitution auf dem Gebiet der Kleinwaffen.

Beispiel Sicherer Umgang mit Munition

2015 lancierte die Schweiz eine Initiative mit dem Ziel, Explosionen in Munitionslagern zu verhindern und zu vermeiden, dass Munition in falsche Hände gelangt. Damit lenkte die Schweiz die Aufmerksamkeit der Staaten auf zu wenig beachtete Risiken. Diese Initiative trug wesentlich dazu bei, 2017 erfolgreich einen politischen Prozess innerhalb der UNO anzustossen. Auf Ersuchen aller Mitgliedstaaten, berief die UNO eine Gruppe von Experten und Expertinnen ein. Sie soll Empfehlungen formulieren, wie der Umgang mit Munition sicherer gestaltet werden kann. Die Schweiz nimmt an diesem Prozess teil.

Parallel unterstützte die Schweiz die Schaffung eines in Genf ansässigen internationalen Unterstützungsmechanismus. Dieses Ammunition Management Advisory Team (AMAT) unterstützt Staaten durch technische Beratung und Ausbildung im Aufbau nachhaltiger staatlicher Fähigkeiten in der Munitionsverwaltung. Es verbreitet gute Beispiele und internationale Richtlinien und erleichtert die internationale Zusammenarbeit. AMAT ist ein gemeinsames Projekt des Genfer Internationalen Zentrums für humanitäre Minenräumung (GICHD) und des UNO-Abrüstungsbüros.

Durch ihr Engagement zum sicheren und gesicherten Umgang mit Munition unterstützt die Schweiz als führendes Land die Abrüstungsagenda der UNO.

Letzte Aktualisierung 20.04.2022

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