Gültig am:
Publiziert am: 18.03.2021

Die Lagebeschreibung ist aktualisiert worden. Die Empfehlungen bleiben unverändert gültig.


Reisehinweise für Afghanistan

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

NEUES CORONAVIRUS (COVID-19):

Der Bundesrat empfiehlt, weiterhin auf nicht dringliche Auslandreisen zu verzichten.

Beachten Sie den Fokus neues Coronavirus (Covid-19)

SCHWEIZ
Wenn Sie von einer Auslandreise in die Schweiz zurückkehren, müssen Sie die Anordnungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG befolgen.
BAG: Test- und Quarantänepflicht für Einreisende in die Schweiz
BAG: Erfassung der Kontaktdaten

AUSLAND
Noch bestehen zahlreiche Einreisebeschränkungen (Einreiseverbot, Quarantäne, Gesundheitsnachweis etc.). Auch innerhalb der einzelnen Staaten gibt es Massnahmen, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, z.B. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit.

Erkundigen Sie sich vor Auslandreisen bei den ausländischen Vertretungen in der Schweiz (Botschaften und Konsulate) über die aktuell gültigen Transit – und Einreisevorschriften und anderen Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuen Coronavirus. Befolgen Sie vor Ort die Anweisungen der lokalen Behörden.
ausländische Vertretungen in der Schweiz

INTERNATIONALE VERKEHRSVERBINDUNGEN
Flug- und andere Verkehrsverbindungen sind teilweise eingeschränkt. Auskunft erteilen die Transportunternehmen sowie Reisebüros.

Grundsätzliche Einschätzung

Von Reisen nach Afghanistan und von Aufenthalten jeder Art wird abgeraten.

Schweizer Bürger, die im Land bleiben oder entgegen der Empfehlung des EDA nach Afghanistan reisen, müssen sich bewusst sein, dass die Schweiz nur eng begrenzte oder überhaupt keine Möglichkeiten zur Hilfeleistung hat.

Die Sicherheit ist nicht gewährleistet: Es besteht das Risiko von schweren Gefechten, Raketeneinschlägen, Minen, Terroranschlägen, Entführungen und gewalttätigen kriminellen Angriffen einschliesslich Vergewaltigungen und bewaffneter Raubüberfälle.

In verschiedenen Landesteilen bekämpfen die afghanischen Sicherheitskräfte Verbände der Taliban und anderer bewaffneter Gruppierungen. Vor allem im Osten des Landes sind Kämpfer aktiv, die sich zum «Islamischen Staat» bekennen. Die Kämpfe fordern zahlreiche Opfer. Allein im Jahr 2019 sind laut der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) 3403 Zivilisten getötet und 6989 verletzt worden.

Die täglichen Bomben- und Selbstmordanschläge richten sich hauptsächlich gegen die afghanischen Behörden sowie gegen in- und ausländische Sicherheitskräfte. Auch zivile Ziele wie Märkte, Sportveranstaltungen, Kundgebungen, Hilfsorganisationen und religiöse Minderheiten werden immer wieder angegriffen. Nach wie vor werden zudem gezielt Anschläge gegen ausländische Staatsangehörige verübt und gegen Einrichtungen, in denen sich Ausländerinnen und Ausländer häufig aufhalten (z.B. Restaurants, Hotels) und die Umgebung der Flughäfen. Beispiele von Anschlägen:

  • Wiederholt: Anschläge auf schiitische und andere religiöse Minderheiten sowie auf deren Kultstätten und Wohnorte.
  • Dezember 2020: mehrere Todesopfer und Verletzte bei einem Anschlag auf eine religiöse Zeremonie in der Provinz Ghazni
  • Dezember 2020: Angestellte der russischen Botschaft wurden verletzt, als eine Bombe in der Nähe ihres Fahrzeugs in Kabul explodierte
  • November 2020: mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte bei einem Anschlag auf einen Markt in Bamiyan
  • Novembre 2020: mindestens zehn Raketen wurden auf verschiedene Stadtteile Kabuls abgefeuert und forderten Todesopfer und Verletzte
  • Novembre 2020: rund 20 Todesopfer und mehrere Verletzte bei einem bewaffneten Angriff auf die Universität Kabul
  • Oktober 2020: zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei einer Bombenexplosion in der Nähe eines Bildungszentrums in Kabul
  • Juni 2020: ein bewaffneter Angriff und ein Anschlag mit einer Autobombe auf einen Markt in der Provinz Helmand haben mehr als 20 Todesopfer und mehrere Verletzte gefordert
  • Mai 2020: mehr als 20 Todesopfer und viele Verletzte bei einem bewaffneten Angriff auf eine Geburtsklinik in Kabul
  • Mai 2020: zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei einem Anschlag auf eine Trauerfeier in der Provinz Nangarhar
  • März 2020: zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei einem bewaffneten Angriff auf einen Sikh-Tempel in Kabul; 150 Menschen wurden als Geiseln genommen
  • März 2020: rund 30 Todesopfer und etwa 60 Verletzte bei einem bewaffneten Angriff auf eine Gedenkfeier für einen schiitischen Religionsführer in Kabul

Es besteht ein sehr hohes Entführungsrisiko. Entführungsopfer werden sowohl afghanische wie ausländische Staatsangehörige (Touristen wie Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und ausländischen Firmen). Beispiele von Entführungen:  

  • Januar 2020: ein amerikanischer Staatsangehöriger in der Provinz Khost
  • Dezember 2019: 27 Friedensaktivisten in der Provinz Farah
  • Wiederholt: Entführungen von lokalen Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen (über 35 Personen von Januar bis Oktober 2019
  • September 2019: acht Wahlbeobachter in der Provinz Parwan
  • September 2019: sechs Medienmitarbeiter in Provinz Paktia
  • Wiederholt: Massenentführungen von Busreisenden, zum Beispiel im März 2019 in der Provinz Baghlan (über 10 Personen)

Beachten Sie auch die Rubrik
Terrorismus und Entführungen

Nützliche Adressen

Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Islamabad, Pakistan
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.