Bilaterale Beziehungen Schweiz-Schweden

Die politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Schweden sind ausgezeichnet und problemfrei. Die beiden Länder kooperieren nicht nur auf politischer Ebene, sondern sind auch durch wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen eng verbunden.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz und Schweden pflegen sehr gute diplomatische Beziehungen und unterhalten einen regen bilateralen Kontakt. Beide Länder verfolgen ähnliche aussenpolitische Ziele, etwa in den Bereichen Menschenrechte, Friedensförderung, Umwelt, Entwicklungszusammenarbeit und Klimaschutz. Die Zusammenarbeit in multilateralen Gremien, vor allem in der UNO, ist von besonderer Bedeutung.

Die Schweiz und Schweden beteiligen sich an der Überwachungskommission für den Waffenstillstand in Korea (Neutral Nations Supervisory Commission in Korea, NNSC), die 1953 den Koreakrieg beendete. Seitdem ist schwedisches und Schweizer Militärpersonal in Panmunjeom an der innerkoreanischen Grenze stationiert.

Datenbank Staatsverträge

Neutrale Überwachungskommission für den Waffenstillstand in Korea, Schweizer Armee

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Schweden ist der wichtigste Handels- und Investitionspartner der Schweiz im nordischen Raum. Der jährliche Warenaustausch beläuft sich auf ca. 3 Milliarden CHF. Neben dem Güter- nimmt auch der Dienstleistungshandel einen wichtigen Stellenwert ein. In Schweden ansässige Schweizer Firmen sind in den unterschiedlichsten Sektoren tätig, wobei insbesondere das Baugewerbe und die Bereiche Logistik und Transport sowie IKT-Dienstleistungen Schlüsselelemente der schweizerischen Geschäftsaktivitäten in Schweden darstellen.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Die Forschungsinstitutionen beider Länder arbeiten im Rahmen der EU-Forschungsprogramme zusammen. Beispiele dafür sind das von der Technischen Hochschule Lausanne (École Polytechnique Fédérale de Lausanne, EPFL) geleitete europäische Human Brain Project sowie das von der Technischen Universität Chalmers/Göteborg initiierte Grossprojekt Graphene. Die Schweiz ist ausserdem Gründungsmitglied der europäischen Forschungsinfrastruktur European Spallation Source ERIC (ESS) im schwedischen Lund.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Human Brain Project (en)

Graphene (en)

ESS

Schweizerinnen und Schweizer in Schweden

Ende 2020 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 6023 Schweizerinnen und Schweizer in Schweden.

Auslandschweizerstatistik, EDA

Geschichte der bilateralen Beziehungen

 Der 30 jährige Krieg (1618–1648) gab Anlass zu bedeutsamen Kontakten zwischen der Alten Eidgenossenschaft und dem kriegsbeteiligen Königreich Schweden. Er führte unter anderem zu einer zehnjährigen schwedischen Besetzung des Fricktals.

1815 hat Schweden als Signatarstaat der Kongressakte des Wiener Kongresses die immerwährende Neutralität der Schweiz anerkannt.

Die Schweiz entsandte 1847 erstmals einen konsularischen Vertreter nach Oslo. Bis 1887 das erste Schweizer Konsulat in Stockholm errichtet wurde, war der in Oslo stationierte Schweizer Konsul auch für Schweden zuständig. Schweden unterhielt ab 1867 ein Konsulat in Genf und richtete 1915 in Bern eine ständige diplomatische Gesandtschaft ein. Die Schweiz eröffnete 1919 eine Gesandtschaft in Stockholm.

Max Petitpierre besuchte 1957 als erster Schweizer Bundesrat Schweden. 1985 stattete König. Karl XVI. Gustav mit Königin Silvia der Schweiz einen Staatsbesuch ab.

Schweden, Historisches Lexikon der Schweiz