Bilaterale Beziehungen

Brasilien ist für die Schweiz von strategischer Bedeutung. Die bilateralen Beziehungen sind eng und vielfältig. Es besteht ein regelmässiger politischer Austausch, und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern sind intensiv.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Brasilien ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Lateinamerika, und zahlreiche Schweizer Firmen sind im Land ansässig. Im Jahr 2008 schlossen die Regierungen der Schweiz und Brasiliens eine strategische Partnerschaft ab, in deren Rahmen ein umfassender Austausch und eine vertiefte Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen stattfinden. Die beiden Länder haben Abkommen in den Bereichen Wissenschaft, Rechtshilfe und Justiz, Luftverkehr und soziale Sicherheit abgeschlossen. Am 1.1.2022 wird zudem ein Doppelbesteuerungsabkommen in Kraft treten.

Datenbank Staatsverträge

Brasilianische Regierung (pt)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Im Jahr 2020 importierte die Schweiz Güter im Wert von 1,4 Milliarden CHF aus Brasilien, vor allem Edelmetalle und Kaffee. Die Schweizer Exporte nach Brasilien beliefen sich auf 2,1 Milliarden CHF und betrafen hauptsächlich pharmazeutische und chemische Produkte sowie Maschinen. Ende 2019 betrugen die Schweizer Direktinvestitionen in Brasilien 10,6 Milliarden CHF, und Schweizer Firmen beschäftigten rund 61’000 Angestellte im Land.

Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen EFTA–Mercosur wurden im August 2019 abgeschlossen.

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise

Schweizerisch-Brasilianische Handelskammer (en, pt)

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Brasilien ist auch im Bereich der Bildung, Forschung und Innovation ein wichtiger Partner der Schweiz. Es bestehen verschiedene bilaterale Forschungsinstrumente und -projekte. 2014 wurde eine Swissnex-Vertretung in Rio de Janeiro und 2017 eine Swissnex-Aussenstelle in São Paulo eröffnet. Die Innovationsplattform des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) vermittelt Kontakte zwischen Forschenden, Institutionen und Unternehmen beider Länder.

Forschende aus Brasilien können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben. Basierend auf einem Mandat des SBFI koordiniert die Universität St. Gallen zurzeit Forschungskooperationen zwischen der Schweiz und Lateinamerika.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Leading House für Lateinamerika (HSG) (en)

Schweizerinnen und Schweizer in Brasilien

Ende 2020 lebten 13’678 Schweizer Staatsangehörige in Brasilien. Damit beherbergt Brasilien die zweitgrösste Schweizer Kolonie in Lateinamerika.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Beziehungen der Schweiz zu Brasilien gehen auf den Beginn des 19. Jahrhunderts zurück, als Schweizer Kaufleute Brasilien als interessanten Markt erkannten. 1819 wurde in Rio de Janeiro das erste schweizerische Übersee-Konsulat eröffnet. Von der Gründung der Stadt Nova Friburgo (1818) bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Brasilien Ziel für viele Schweizer Auswanderer. 1907 eröffnete die Schweiz in Rio de Janeiro eine diplomatische Vertretung. Diese wurde 1972 in die neue Hauptstadt Brasilia verlegt. Neben der Botschaft unterhält die Schweiz in Brasilien zwei Generalkonsulate, einen Swiss Business Hub und mehrere Honorarkonsulate. Sie unterstützt zudem die beiden Schweizerschulen in São Paulo und Curitiba.

Brasilien, Historisches Lexikon der Schweiz

Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis