Nepal

Die Schweiz unterstützt die demokratische Entwicklung des neuen föderalen Staates in Nepal. Über die DEZA engagiert sie sich für eine ausgewogene sozioökonomische Entwicklung sowie dafür, dass Männer und Frauen in den neuen föderalen Strukturen ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen können.

Karte von Nepal
© EDA

In Nepal vollzieht sich ein tiefgreifender demografischer, wirtschaftlicher und politischer Wandel. Die Urbanisierung schreitet sehr rasch voran: Bis 2050 dürfte sich der Anteil der Stadtbewohner verdoppeln. 2015 wurde das Land von mehreren Erdbeben heimgesucht, die sein Wirtschaftswachstum bremsten. Die Arbeitsmigration, vor allem in die Golfstaaten, ist ein wichtiger Faktor, der zur Armutsreduktion beiträgt. Sie unterliegt jedoch weiter den Schwankungen der regionalen Wirtschaft. Innerhalb von 15 Jahren ist die nationale Armutsquote von 53 % auf 23 % gesunken, insbesondere dank der Geldüberweisungen der nepalesischen Arbeitnehmer in den Golfstaaten.

Zudem gab sich Nepal 2015 eine neue, föderale Verfassung: Dabei wurden 753 Lokalregierungen und 7 Provinzen neu gebildet. Im Zuge der Wahlen von 2017 wurden Tausende Nepalesen und Nepalesinnen mit unterschiedlichem sozialem und wirtschaftlichem Hintergrund neu in öffentliche Ämter berufen. Dennoch stellt die Schaffung einer politischen Kultur, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert, ebenso weiter eine Herausforderung dar wie das Funktionieren des neuen föderalen Systems.

Aufbau eines föderalen Staates

Männern und Frauen eine gleichberechtigte sozioökonomische Entwicklung garantieren 

Über die DEZA unterstützt die Schweiz die Einrichtung kommunaler Foren für Bürgerberatung und -beteiligung, die der Ressourcenplanung und der Bewältigung von Identitätskonflikten dienen. Zudem unterstützt sie die öffentlich Bediensteten und die gewählten Behördenmitglieder beim Aufbau von Kapazitäten, um die Qualität der Dienstleistungen für die Bevölkerung zu gewährleisten. Sie fördert die Teilhabe insbesondere von Frauen, diskriminierten Gruppen und Arbeitsmigranten, damit diese ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen und dadurch die Arbeitsweise, Politik und Entscheidungsfindung des Staates zu ihren Gunsten zu beeinflussen können.

Darüber hinaus engagiert sich die DEZA für die Vertiefung des Dialogs zwischen Behörden und Bevölkerung und für die Verbesserung der Verwaltung der öffentlichen Finanzen. So war die Schweiz durch die Bereitstellung von Experten und eigenen Erfahrungen massgeblich an der Gestaltung der neuen Verfassung beteiligt.

Engagement in fragilen Kontexten und Prävention von Konflikten

Staats- und Wirtschaftsreformen

Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen

Die Berufsbildung, die Verbesserung der landwirtschaftlichen Erzeugung und den Ausbau der Infrastruktur unterstützen

Die DEZA unterstützt Frauen und Männer, insbesondere aus benachteiligten Gruppen, bei der Entwicklung der beruflichen Qualifikationen, mit denen sie einen Arbeitsplatz finden und somit ihr Einkommen steigern können. Zudem ist sie bestrebt, die Einbindung der nepalesischen Bevölkerung in die Politikgestaltung in den Bereichen Landwirtschaft, Berufsbildung und Infrastrukturausbau zu fördern.

Weitere Prioritäten der DEZA sind die Steigerung der Produktionsqualität durch Dienst- und Beratungsleistungen für die Erzeuger und die Verbesserung des Zugangs zu ländlichen und städtischen Märkten. Gefördert wird auch die Entwicklung beruflicher Qualifikationen über das Modell der Berufslehre, insbesondere bei Jugendlichen.

Mit Hilfe der DEZA wurden funktionierende Verkehrswege und Bewässerungssysteme errichtet, die die Ernährungssicherheit von mehr als einer Million Nepalesen, davon 60 % aus benachteiligten Gruppen und 42 % Frauen, verbessert haben.

Entwicklung des Privatsektors und Finanzdienstleistungen – Jugendbeschäftigung

Eine sicherere Migration

Migrationsbedingte Risiken mindern

Die Arbeitsmigration ist ein wichtiger Pfeiler der nepalesischen Wirtschaft. Jährlich wandern rund 400 000 Menschen – davon 60 % Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren – aus, vor allem in die Golfstaaten. In Nepal erhält jede zweite Familie Geldüberweisungen aus dem Ausland. Auf diese Mittel entfallen mehr als 25 % des nepalesischen BIP.

Seit 2011 bemüht sich die DEZA gemeinsam mit der Regierung um die Förderung einer sichereren Migration: Sie trägt dazu bei, das Risiko von Missbrauch und Ausbeutung zu verringern, indem sie die Informationsangebote und den Zugang zu einer Fortbildung vor der Abreise ausbaut und den im Land verbliebenen Frauen insbesondere dabei hilft, ihre Ersparnisse besser zu verwalten. Bei Bedarf unterstützt sie auch Dienstleistungen wie Rechtshilfe und psychologische Betreuung.   

Migration

Herangehensweise und Partner

Das Programm arbeitet mit nepalesischen, schweizerischen und internationalen Umsetzungspartnern, namentlich mit Regierungsorganisationen auf nationaler, Provinz- und Lokalebene, UNO-Organisationen und internationalen Finanzinstitutionen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und privatwirtschaftlichen Trägern, zusammen. In Bezug auf Politikgestaltung und die Aufnahme eines Dialogs fördert die Schweiz die Bildung von Allianzen und die Erarbeitung gemeinsamer Standpunkte zwischen den Gebern. Ein wichtiger Partner der DEZA ist das Internationale Zentrum für integrierte Bergentwicklung (International Centre for Integrated Mountain Development, ICIMOD).

Aktuelle Projekte

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Support to Dealing with the Past Roadmap implementation in Nepal

01.04.2022 - 31.03.2026

Switzerland contributes to peace and stability in Nepal by addressing the root causes of the conflict. A Dealing with Past Roadmap ensures that actors and institutions fulfill their responsibilities towards the four pillars of Transitional Justice- truth, justice, reparations and non-recurrence. The conflict victims will participate in the process and benefit from the delivery of needed services within the federal state structure.


Enhanced Skills for Sustainable and Rewarding Employment (ENSSURE) Phase II

16.07.2021 - 15.07.2025

For Nepalese women and men to gain and retain social and economic benefits from lifelong learning, the establishment of a well-functioning federalised Technical and Vocational Education and Training (TVET) system is crucial. In light of its long-standing expertise in TVET and federalism, Switzerland is well placed to support the implementation of a federalised TVET system that responds to the needs of enterprises and increases the prospect of gainful employment for all, especially youths. 


2021 Population and Housing Census of Nepal

01.07.2021 - 31.12.2023

The goal is to support the Government of Nepal to conduct the 2021 census in line with international standards to obtain high quality data, reflecting Nepal’s social, ethnic, religious and linguistic diversity and which can be used to better respond to the needs of the different population groups. Given its track record and emphasis on federal state building, Switzerland has a key interest that the census is adapted to the federal context and gender equality and social inclusion principles are followed. 


Reintegration of Returnee Migrant Workers Project

01.01.2021 - 31.05.2027

The project will contribute to ensure migrant workers benefit fully from their migration experience by supporting the reintegration of returnee migrant workers in Nepal. It will work with the Nepali Government to provide reintegration services and support policy development to anchor them in the federal structure. Switzerland has a key interest that the potential of migration for development is fully used and is well positioned to engage on the topic, given its track record in migration in Nepal. 


MLRBP - Motorable Local Roads Bridge Programme

01.01.2021 - 31.12.2024

The project contributes to the consolidation of Swiss Knowhow transfer in the bridge building sector by supporting the government of Nepal in institutionalizing the implementation of local infrastructure at provincial levels in the spirit of the devolved provisions made in the new Constitution. This will increase people’s perception that their provincial government delivers most essential physical access to basic services and economic opportunities, boosting their confidence in the new federal system.


TTDP - Trail Based Tourism Development Project

01.12.2020 - 30.06.2026

The project aims at increasing income of Nepalese people through the promotion of trail based tourism. By attracting national and regional visitors along safe and scenic trails, it will contribute to preserve social and cultural heritage while generating local revenues. Switzerland’s convening power to bring together federal, provincial and local governments will be catalytic in promoting intergovernmental cooperation in view of strengthening local economic development.



Nepal Vocational Qualifications System (NVQS) Phase Il

16.07.2020 - 15.07.2024

Based on Swiss expertise in Technical and Vocational Education and Training, the project

contributes to establish a federal vocational qualifications system. The NVQS will increase the

transparency on the labour market for employers and workers, improve official recognition of

workers competencies in hospitality, construction and automobile sectors and allow links between

TVET and general education to access higher level qualifications for better employment in

domestic and international labour market.


GBVPR - Gender-based Violence Prevention and Response Project

01.07.2020 - 30.06.2024

With its longstanding experience in promoting psychosocial support services and a strong engagement in support of federal state building, Switzerland is well positioned to engage on reducing all forms of GBV and discrimination against women in Nepal. The project aims at strengthening and institutionalizing a coordinated, survivor-centred response for GBV victims, addressing root causes and engaging with all government levels for a more gender equitable policy environment. 


NAMDP - Nepal Agricultural Markets Development Program

01.07.2020 - 30.11.2024

This market systems development project seeks to stimulate job creation and increase income, including for women and disadvantaged groups, through a successful transformation of agricultural markets in Province 1 of Nepal. Leveraging Swiss expertise in market systems and geographical focus in the province, it will align with the provincial government’s priorities and strengthen its potential to effectively regulate, nurture and stimulate markets’ productivity and competitiveness.


Support to Relief and Recovery from COVID-19

01.05.2020 - 01.09.2025

The proposed interventions support the Government of Nepal in its efforts to contain the further spread of COVID-19 and to address the socio-economic consequences, in particular for disadvantaged groups. As a trusted partner and with its longstanding experience in development cooperation, Switzerland is well positioned to effectively provide relief and recovery during, and in the aftermath of the pandemic, in close collaboration with local and international stakeholders.


Small Irrigation Programme (SIP)

01.01.2020 - 31.12.2024

Swiss engagement through this project assists farmers in doubling their agricultural income through year-round irrigation and better access to markets. Doubling of agriculture income will contribute to poverty reduction and reduce poor farmer’s need to migrate. In addition, Swiss pioneering work in operationalizing federalism, through this project at local level will address issues related to historic over-centralization and social exclusion and will contribute to peace and stability in the country.

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