Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation Versammlung in Genf
Die Schweiz ist Sitzstaat verschiedener internationaler Organisationen im Gesundheitsbereich, wie etwa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. © UN Photo/Eskinder Debebe

Das EDA leistet einen Beitrag an die Schweizer Gesundheitsaussenpolitik und arbeitet mit verschiedenen nationalen und internationalen Akteuren zusammen. Damit die Schweiz gegenüber ihren Gesprächspartnern eine kohärente Haltung gewährleisten kann, müssen die Interessen und Perspektiven der verschiedenen Partner aufeinander abgestimmt werden.

Gesundheitsaussenpolitik (GAP)

Die Gesundheit ist aufgrund der neuen globalen Herausforderungen zu einem wichtigen aussenpolitischen Anliegen geworden. Es braucht in diesem Bereich eine gemeinsame Logik sowie kohärente Positionen für die internationale Zusammenarbeit, wobei gleichzeitig die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu berücksichtigen sind. Die Schweiz koordiniert gesundheitsrelevante Themen im Rahmen ihrer Innen-, Aussen- und Entwicklungspolitik, um in internationalen Institutionen und Organisationen überzeugend auftreten und ihre eigenen Interessen vertreten zu können. Zu diesem Zweck hat sie ein Instrument zur Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der Bundesverwaltung ausgearbeitet: die vom Bundesrat 2012 verabschiedete und 2019 aktualisierte Gesundheitsaussenpolitik (GAP). Mit dieser Politik nimmt die Schweiz eine Vorreiterrolle auf internationaler Ebene ein. Die aktualisierte Fassung für den Zeitraum 2019–2024 sieht sechs prioritäre Aktionsfelder für das Engagement der Schweiz vor: Gesundheitsschutz und humanitäre Krisen, Zugang zu Heilmitteln, nachhaltige Gesundheitsversorgung und Digitalisierung, Gesundheitsdeterminanten, Gouvernanz in der globalen Gesundheitsordnung und Suchtpolitik.

Internationale Organisationen

In der Schweiz sind mehrere internationale Organisationen ansässig, die im Gesundheitsbereich tätig sind, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS), der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) und die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI).
Andere internationale Organisationen wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Welthandelsorganisation (WTO) oder die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) befassen sich ebenfalls mit bestimmten gesundheitsspezifischen Fragen. Die Schweiz achtet in diesen Gremien auf eine kohärente Position.

Bilateraler Austausch

Die Schweiz legt auch Wert auf den bilateralen Austausch mit anderen Staaten. Das Schweizer Gesundheitssystem gilt als eines der besten der Welt und stösst im Ausland auf wachsendes Interesse. 2018 stellten die pharmazeutischen Produkte 37,9% der Warenexporte (Zollverwaltung), und die Wertschöpfung des Gesundheitswesens (NOGA 86 und 87) belief sich auf 7,5% des Bruttoinlandprodukts (BFS). Deshalb ist es für die Schweiz wichtig, Kontakte zu pflegen und mit anderen Ländern Erfahrungen auszutauschen.