Gültig am:
Publiziert am: 12.08.2020

Diese Reisehinweise sind vollständig überarbeitet worden.
Beachten Sie auch die Informationen und Empfehlungen des
Bundesamtes für Gesundheit


Reisehinweise für Libanon

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

NEUES CORONAVIRUS (COVID-19):

Das Bundesamt für Gesundheit BAG empfiehlt, weiterhin auf nicht notwendige Auslandreisen zu verzichten. Von dieser Empfehlung ausgenommen sind:

  • seit dem 15. Juni 2020 die Länder des Schengen-Raums (einschliesslich Dänemark, Island und Norwegen) sowie Grossbritannien. Aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage rät das BAG jedoch von nicht notwendigen Reisen in folgende Schengen-Länder ab: Seit dem 22. Juli 2020 nach Luxemburg und ab dem 5. August 2020 nach Spanien (ausser den Balearen und den Kanaren)
  • seit dem 20. Juli 2020 zusätzlich folgende Länder: Andorra, Australien, Bulgarien, Georgien, Irland, Japan, Kanada, Kroatien, Marokko, Monaco, Neuseeland, Ruanda, San Marino, Südkorea, Thailand, Tunesien, Uruguay, Vatikan/Heiliger Stuhl und Zypern.

Ausserdem hat das BAG verfügt, dass ab dem 6. Juli 2020 Personen, die aus Staaten und Gebieten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in die Schweiz einreisen, für zehn Tage in die Quarantäne müssen. Beachten Sie die Informationen des BAG, die regelmässig angepasst werden.
BAG

Beachten Sie den Fokus neues Coronavirus (Covid-19)

Erkundigen Sie sich vor Auslandreisen bei den ausländischen Vertretungen in der Schweiz (Botschaften und Konsulate) über die aktuell gültigen Einreisevorschriften und anderen Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuen Coronavirus.
ausländische Vertretungen in der Schweiz

Staatssekretariat für Migration SEM: Schengen-Staaten

Aktuelles

Demonstrationen

Am 4. August 2020 ereignete sich im Hafen von Beirut eine schwere Explosion, die über 170 Todesopfer und tausende Verletzte forderte und massive Schäden verursacht hat. Dieses Ereignis hat die politischen Spannungen weiter erhöht. Es kommt zu teils gewaltsamen Demonstrationen mit Sachbeschädigungen und Zusammenstössen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften. Der Einsatz von Schusswaffen kann nicht ausgeschlossen werden.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.


Neues Coronavirus (COVID-19)

Beachten Sie die Empfehlungen des Bundesrates und weitere Informationen im
Fokus neues Coronavirus (COVID-19)
.

Um die Verbreitung des neuen Coronavirus (COVID-19) einzudämmen, verfügen immer mehr Staaten Einreise- und Ausreiserestriktionen sowie Reisebeschränkungen innerhalb des Landes. Die Vorschriften ändern laufend.

Für die aktuell gültigen Vorschriften in Libanon, beachten Sie die Informationen der zuständigen libanesischen Behörden und wenden Sie sich bei Fragen an die libanesische Botschaft in Bern.

Auskunft über die Verkehrsverbindungen erteilen die zuständigen Gesellschaften und Reisebüros.

Beachten Sie die Informationen und Empfehlungen des

Bundesamtes für Gesundheit BAG

Grundsätzliche Einschätzung

Der persönlichen Sicherheit ist grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Von Reisen in einzelne Landesteile wird abgeraten.

Die soziale, politische Lage ist angespannt, und das Land leidet unter einer Finanzkrise. Demonstrationen, Strassenblockaden, Streiks und gewaltsame Zusammenstösse zwischen verschiedenen Gruppierungen sowie zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften sind jederzeit möglich. Bei solchen Ereignissen kommt es regelmässig zu Sachbeschädigungen, und der Einsatz von Schusswaffen kann nicht ausgeschlossen werden.

Es muss mit Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens und mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Zeitweise bestehen Engpässe bei der Versorgung mit elektrischem Strom und anderen Gütern. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Bargeldbezüge zeitweise nicht mehr möglich sein werden. Es ist deshalb von Vorteil, genügend Bargeld (US-Dollar) mitzunehmen. Erkundigen Sie sich jedoch bei der libanesischen Botschaft in Bern über den Höchstbetrag, der zum Zeitpunkt Ihrer Reise ein- und ausgeführt werden darf.

Die weitere Entwicklung bleibt ungewiss und kann sich rasch ändern.

Im Falle von Strassenblockaden und Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die schweizerische Botschaft in Beirut hat bei Blockaden nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.

Den komplexen Verhältnissen in der Region muss stets Rechnung getragen werden. Bestimmte Ereignisse und Konflikte in Nachbarländern können die Sicherheitslage in Libanon jederzeit und unvermittelt beeinflussen. So wirken sich die anhaltenden Spannungen mit Israel und der bewaffnete Konflikt in Syrien weiterhin auf Libanon aus. Der Konflikt in Syrien hat gewisse politische und religiöse Spannungen verstärkt, insbesondere aufgrund der Ankunft von über einer Million Flüchtlingen.

Im ganzen Land besteht das Risiko von terroristischen Akten, vor allem in Tripoli im Norden des Landes und in den südlichen Quartieren von Beirut. Zum Beispiel wurden im Juni 2019 in Tripoli mehrere Sicherheitskräfte durch einen Angreifer getötet.

Wiederholt sind Attentate auf religiöse und politische Ziele verübt worden, die auch unbeteiligte Opfer gefordert haben. Nach solchen Ereignissen, wie auch bei politischen Spannungen, kann es im ganzen Land zu plötzlichen lokalen Ausschreitungen, Demonstrationen und Strassenbarrikaden kommen. Dabei kann es auch zu vereinzelten Schiessereien sowie zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Vereinzelt kommen Entführungen vor, die in der Regel einen kriminellen Hintergrund haben. Am häufigsten betroffen sind libanesische und syrische Staatsangehörige in der Region Akkar (Norden) und in der Bekaa-Ebene.

Beachten Sie auch die Rubrik
Terrorismus und Entführungen

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien über die aktuelle Lage. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und Ratschläge von ortsansässigen Geschäftspartnern und Bekannten. Meiden Sie Demonstrationen jeder Art.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Beirut: Meiden Sie die südlichen Quartiere der Stadt (Dahiye genannt). Sie umfassen unter anderem die Stadtteile Borj el Barajneh, Haret Hreik und Laylaki und werden nicht vollständig durch die offiziellen staatlichen Sicherheitskräfte kontrolliert. Es besteht ein erhöhtes Anschlagsrisiko. Benutzen Sie ausschliesslich die Hauptstrasse, um vom Flughafen nach Beirut zu gelangen.

Flüchtlingslager: Die Spannungen sind in allen Flüchtlingslagern hoch und können sich aus geringem Anlass in Gewalttaten entladen. Von Besuchen der Flüchtlingslager und deren Umgebung wird aus Sicherheitsgründen abgeraten.

Südlibanon: Das Risiko von nicht explodierten Bomben und Minen ist hoch. Ausserdem finden in diesem Gebiet laufend Truppenverschiebungen statt. Im libanesisch-israelischen Grenzgebiet sind die Spannungen sehr hoch. Im September 2019 kam es dort nach langer Waffenruhe zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen der Hisbollah und der israelischen Armee. Im Juli 2020 haben sich die Spannungen erneut verstärkt. Mit Ausnahme der Stadt Sur (Tyr) wird von Reisen ins Gebiet südlich des Litani-Flusses bis zur israelischen Grenze abgeraten. Benutzen Sie ausschliesslich die Hauptstrasse, um nach Sur zu gelangen.

Bekaa-Ebene: Die Sicherheitslage in der Bekaa-Ebene hat sich durch den bewaffneten Konflikt in Syrien zunehmend verschlechtert. Es sind bewaffnete Gruppierungen aktiv, und Grenzüberschreitungen durch Kämpfer sind häufig. Es kommt regelmässig zu bewaffneten Zusammenstössen zwischen der Armee und militanten Gruppierungen, vor allem in und um Ersal, Ras Baalbek und Qaa. Spannungen zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen, aber auch innerhalb einzelner Gemeinschaften, können sich in bewaffnete Konfrontationen oder Anschläge entladen. Im Juni 2016 forderten Selbstmordanschläge in Qaa mehrere Todesopfer und Verletzte.
Es besteht die Gefahr von Entführungen mit hohen Lösegeldforderungen In der Bekaa-Ebene sind zahlreiche nicht explodierte Bomben und Minen vorhanden. Von Reisen in die Bekaa-Ebene wird abgeraten. Eine Ausnahme bildet das Gebiet am westlichen Rand der Ebene zwischen Zahlé und Kefraiya.

Nordlibanon: Es bestehen grosse Spannungen in der Region, die sich durch den Konflikt in Syrien und die Ankunft zahlreicher Flüchtlinge noch verschärft haben. Es kommt immer wieder zu bewaffneten Zusammenstössen zwischen verschiedenen politisch-religiösen Gruppierungen. Im Juni 2019 tötete ein Angreifer mehrere Sicherheitskräfte. Die Gefahr von weiteren Anschlägen und einer Eskalation ist gross. Von Reisen nach Tripoli und in die Region Akkar wird abgeraten.

Grenzgebiet zu Syrien: Der Konflikt in Syrien wirkt sich auf die Sicherheitslage entlang der Grenze aus. In der Nähe der syrischen Grenze ereigneten sich in der Vergangenheit wiederholt Kämpfe zwischen extremistischen Gruppierungen und den libanesischen Streitkräften. Es besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko von Sicherheitszwischenfällen. Von Reisen ins gesamte Grenzgebiet zu Syrien wird grossräumig abgeraten.

Ganzes Land: Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung über das örtliche Risiko von Minenfeldern und nicht explodierten Bomben.
Lebanon Mine Action Center

Kriminalität

Die Kleinkriminalität und besonders Entreissdiebstähle haben zugenommen. Beachten Sie die üblichen Vorsichtsmassnahmen, und benutzen Sie wenn möglich Hoteltaxis oder telefonisch bestellte Taxis.

Verkehr und Infrastruktur

Ein grosser Teil der Strassen ist in schlechtem Zustand. Das unberechenbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer, die oft mangelhafte Ausschilderung und Beleuchtung der Strassen stellen ein zusätzliches, erhebliches Unfallrisiko dar. Für Reisen mit einem Personenwagen ist es deshalb empfehlenswert, ein Auto mit Chauffeur zu mieten und sich an die Hauptstrassen zu halten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet.

Es ist unter anderem verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen, öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.), strategisch bedeutende Gebiete und Installationen zu fotografieren. Es ist jedoch nicht immer klar, was alles unter diese Kategorien fällt. Fragen Sie im Zweifelsfall die lokalen Sicherheitskräfte um Erlaubnis oder verzichten Sie auf die Aufnahme.

Die Haftbedingungen sind wesentlich schwieriger als in der Schweiz.

Kulturelle Besonderheiten

Die grosse Mehrheit der Bevölkerung gehört verschiedenen muslimischen und christlichen Glaubensbekenntnissen an; insgesamt werden 18 Religionsgemeinschaften anerkannt. In ländlichen Gebieten ist das Leben noch oft traditionell geprägt. Passen Sie Verhalten und Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.

Bei politischen Reden oder Familienfesten werden manchmal Schüsse in die Luft abgefeuert. Dieser Brauch führt immer wieder zu teils tödlichen Verletzungen durch herunterfallende Patronen und Querschläger.

Im Falle einer Heirat zwischen Ausländer/in und Libanese/Libanesin muslimischen Glaubens sind gewisse islamischen Verhaltensregeln und Gesetze zu beachten. Verheiratete libanesische Personen haben (unabhängig von Religion/Konfession) das Recht, mittels eines Gerichtsprozesses oder einer Klage bei einem Gericht ein Ausreiseverbot für die Ehefrau oder den Ehemann und die Kinder zu erwirken.

Naturbedingte Risiken

Libanon liegt in einem Erdbebengebiet.

Sollte sich während Ihres Aufenthalts ein grösseres Erdbeben ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Beirut.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist grundsätzlich gewährleistet. Vorübergehende Engpässe in der Versorgung mit medizinischen Gütern sind jedoch möglich. Krankenhäuser verlangen meistens eine Vorschusszahlung, bevor sie Patienten behandeln.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Sie sind verpflichtet, sich jederzeit mit dem Reisepass ausweisen zu können.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 112
Notruf Ambulanz: 125 (Zivilschutz) oder 140 (Rotes Kreuz)
Zollbestimmungen: Lebanese Customs

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Beirut

Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.